Die Behandlung mit Lachgas ist „die Methode“ gegen Zahnarztangst und Würgereiz

Bereits vor fast 170 Jahren wurde die sedierende (beruhigende), die analgetische (schmerzstillende) und die anxiolytische (angstlösende) Wirkung des Lachgases entdeckt. In den USA, in Australien, in England und in Skandinavien wenden heute ca. 60 Prozent der Zahnärzte Lachgas regelmäßig in Ihren Praxen an – in Kinderzahnarztpraxis sind es sogar 80 Prozent. Besonders interessant ist, dass in den USA Lachgas am häufigsten bei der professionellen Zahnreinigung zur Anwendung kommt. Die Patienten gönnen sich einfach diesen Behandlungskomfort. Im Gegensatz dazu wird in Deutschland die Anwendung von Lachgas gerade erst wieder neu entdeckt. Wir sind deshalb froh, dass wir Ihnen bereits jetzt diese angenehme Art, einen Zahnarztbesuch zu erleichtern, anbieten können.

Die Anwendung und Wirkung von Lachgas

Über eine Nasenmaske (der Mund bleibt frei!) wird dem Patienten ein Gemisch von reinem Sauerstoff und Lachgas verabreicht. Schon nach wenigen Minuten beginnt die Wirkung. Der Patient fühlt sich leicht und entspannt, ist jedoch zu jeder Zeit ansprechbar. Durch die angstlösende Wirkung des Lachgases verspürt der Patient ein beruhigendes Gefühl von Geborgenheit, gleichzeitig wird das Zeitgefühl im positiven Sinne beeinflusst, d.h. lang andauernde Behandlungen werden als viel kürzer empfunden.

Während der Behandlung mit Lachgas ist die Schmerzempfindlichkeit des Patienten deutlich herabgesetzt. Trotzdem wird „zur Sicherheit“ auf die bekannte örtliche Betäubung nicht verzichtet. Ein ganz großer Vorteil bei der Lachgas-Behandlung ist auch, dass der Würgereiz und der Schluckreflex deutlich herabgesetzt ist. Das kommt Patienten zugute, die unter einem leicht auszulösenden Würgereiz leiden und aus diesem Grund Angst vor einem Abdruck haben. Dieser Personenkreis verspürt unter Lachgas eine enorme Erleichterung.

Die Wirkungen von Lachgas noch einmal zusammengefasst

  • sedierend (beruhigend)
  • analgetisch (schmerzstillend)
  • anxiolytisch (angstlösend)
  • positive Beeinflussung des Zeitgefühls (lange Behandlungen erscheinen viel kürzer)
  • deutliche Dämpfung bzw. gänzliche Aufhebung des Würgereizes
  • Dämpfung des Schluckreflexes, d.h. der Patient muss nicht so häufig schlucken, was die Präzision der zahnärztlichen Ausführung verbessert.

Die Beendigung einer Lachgasanwendung

Wenn die zahnärztliche Behandlung beendet ist, wird die Zufuhr des Lachgases abgeschaltet und für fünf Minuten nur noch reiner Sauerstoff gegeben. Dadurch wird das Lachgas schnell abgeatmet und der Patient ist nach diesen fünf Minuten wieder fit und kann die Praxis nach weiteren zehn Minuten selbstständig verlassen.

Risiken und Nebenwirkungen

Die Anwendung von Lachgas ist eine sehr sichere Methode. Wie schon erwähnt, ist die Lachgas-Behandlung in großen Teilen der Welt in Zahnarztpraxen alltägliche Routine. Kein ernster Zwischenfall wurde bisher dokumentiert. In sehr seltenen Fällen kann es zu Übelkeit oder Erbrechen kommen.

Lachgas kann bereits bei Kindern ab drei Jahren zur Anwendung kommen.

Kosten für die Lachgasanwendung

Die Lachgasbehandlung ist keine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung und wird deshalb privat berechnet. Die Kosten orientieren sich an der Dauer der zahnärztlichen Behandlung und können somit unterschiedlich sein. Sie werden jeweils vor Behandlungsbeginn besprochen. Sollte die Behandlung länger als geplant dauern, gilt trotzdem der zuvor genannte Preis. Nur in Ausnahmefällen beteiligen sich die Gesetzlichen Krankenkassen an den Kosten. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen übernehmen, abhängig von den jeweiligen Vertragsbedingungen, oft einen Teil der Kosten.